Digitale Rede (3 Minuten) für die Landesliste von B90 / DIE GRÜNEN Rheinland-Pfalz – LTW 2021

-Es gilt das gesprochene Wort-

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich möchte die paar Minuten Aufmerksamkeit, die Ihr mir schenkt, nutzen, um für die Bedeutung und die Dringlichkeit einer Ernährungswende zu werben.

Ich bin zum Thema Ernährung gekommen, weil mich das unfassbare Leid der Tiere in der industriellen Tierhaltung und das Ausmaß der ethischen Verfehlung unserer Gesellschaft in Bezug auf fühlende Lebewesen nicht mehr losgelassen hat. Das war auch der Grund warum ich bei den GRÜNEN eingetreten bin.

Ich habe dann festgestellt, dass das Thema Ernährung noch viel größer ist und unser ineffizientes, ressourcenverschlingendes Ernährungssystem und die Art und Weise, wie wir uns ernähren katastrophale Folgen haben. Wir bauen in Deutschland, in der EU und weltweit auf riesigen Agrarflächen Futter für Tiere in Monokulturen an und bekommen nur einen Bruchteil der Kalorien heraus, die wir bekämen, würden wir uns direkt von dem, was auf dem Acker wächst, ernähren. Und das bei einer Weltbevölkerung, die sich in den letzten 50 Jahren verdoppelt hat. Ich führe hier einige Stichpunkte zu den Folgen unseres Überkonsums tierischer Lebensmittel auf:

Biodiversitätskrise, Klimakrise, Antibiotikaresistenzen, Wasserverschmutzung und Wasserknappheit, Luftverschmutzung, Risiko von Zoonosen wie Covid-19, massive Gesundheitsrisiken und Fehlernährung schon bei Kindern, soziale Ungerechtigkeit, Ernährungsunsicherheit und Hunger in anderen Teilen der Welt

Die gute Nachricht ist – es bewegt sich etwas. Und nicht erst durch den aktuellen Skandal in der Fleischindustrie. Ich würde wirklich sagen, das Thema ist jetzt reif.

Aus der Wissenschaft gibt es ganz konkrete Vorschläge, z.B. im Papier zur Biodiversitätskrise der Leopoldina, im EAT-Lancet Report oder in der aktuellen Stellungnahme des Deutschen Ethikrats.

Und wer, wenn nicht wir GRÜNE könnte die dringend notwendige Ernährungswende anstoßen. Damit wir gemeinsam ein neues Ernährungssystem schaffen. Eines, das uns wirklich nährt und am Leben erhält und nicht eines, das unsere Lebensgrundlagen zerstört und im Grunde Leben verachtet, wenn wir noch einmal an die Tiere in der industriellen Tierhaltung denken.

Von Uli Höffken wissen wir „Rheinland-Pfalz isst besser“. Genau da müssen wir weitermachen. Es geht noch viel besser.

Ich danke Euch.